Station 11: Holper Bach & Mühlen

Audioguide – Station 11
Hinweis: In dieser Station hören Sie einen musikalischen Beitrag. Die vollständige Aufnahme finden Sie unten auf der Seite.
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Holper Bach (02)
Holper Bach (04)
Holper Bach (01)
Holper Bach (03)
Ehemalige Mühle am Holper Bach
Ehemalige Mühle am Holper Bach
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Der Holper Bach war lange Zeit mehr als nur ein idyllischer Wasserlauf. Er versorgte die Mühlen, die das wirtschaftliche Rückgrat des Dorfes bildeten und die Landschaft prägten. Eine der wichtigsten Mühlen war die Kornmühle, die noch heute als Gebäude existiert, wenn auch ohne das Mühlrad, das einst durch Wasser in Bewegung gesetzt wurde. Wenige Meter weiter im Tal stand die Ölmühle, in der Raps und Lein zu Öl verarbeitet wurden – ein weiteres kleines Wirtschaftszentrum in der Nähe von Holpe.

Das Ölgemälde das Sie hier sehen, stellt passenderweise die Ölmühle dar – nicht zu verwechseln mit der Kornmühle, deren Gebäude Sie oberhalb der Brücke finden. Was von den Mühlenanlagen heute noch erhalten ist und wie das „Klus“-System damals funktionierte, erfahren Sie im Audioguide.

Musikaufnahmen zu Station 11
gesungen von Johannes Klüser
Lieblingsplätzchen – Strophe 1
Lieblingsplätzchen – Schluss
Text zum Mitlesen – Station 11: Holper Bach & ehemalige Mühlen

Sie stehen hier auf der Brücke über dem Holper Bach.

Diese kleine Wasserader ist weit mehr als ein Dorfbach: Sie verbindet Holpe mit der weiten Welt. Denn etwa acht Kilometer talabwärts mündet der Holper Bach in die Sieg. Die Sieg wiederum fließt bei Troisdorf in den Rhein – und der führt schließlich bis zur Nordsee.

Das Holperbachtal ist malerisch und noch sehr ursprünglich. Wenn Sie die Gelegenheit haben, machen Sie doch einmal eine Radtour oder Wanderung und folgen dem Bachlauf talabwärts bis nach Pirzen. Das lohnt sich wirklich.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an die erste Station unseres Rundwegs: Der Bach hat zum Namen unseres Ortes beigetragen. Denn wir erinnern uns: Die Endung „-olpe“ bedeutet nämlich „Ansitz in der sumpfigen Schlucht“ oder „Ansiedlung im morastigen Tal“.

Und tatsächlich: Viele der Wiesen am Bach sind heute noch sogenannte Feuchtwiesen – Biotope, die durch einen hohen Grundwasserspiegel oder zeitweise Überflutung entstehen. Sie beherbergen eine beeindruckende Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Doch solche Wiesen sind durch Entwässerung und intensive Landwirtschaft leider stark bedroht. Aber hier im Holperbachtal können Sie sie heute noch entdecken.

Wenn Sie einmal bachaufwärts schauen, sehen Sie die ehemalige Mühle. Das große Gebäude wurde 1933 an der Stelle einer älteren Wassermühle errichtet. Hier ließen die Bewohner des Holperbachtals über viele Generationen hinweg ihr Korn mahlen. Denn bevor es Dampfmaschinen gab, waren Wind und Wasser – neben Mensch und Tier – die einzigen Antriebsquellen.

Die Mühle hier wurde natürlich durch die Wasserkraft des Holper Bachs betrieben. Um selbst in trockenen Sommern genügend Kraft zu haben, gehörte zur Mühle ein Mühlenteich, der im Oberbergischen „Klus“ genannt wird.

Nachts sammelte sich das Wasser im Stauteich und tagsüber wurde es abgelassen, um das Mühlrad anzutreiben. Die Klus wurde allerdings nicht nur für die Mühle genutzt: Im Sommer diente der Teich den Kindern aus Holpe als Schwimmbad – und im Winter verwandelte er sich in eine Eisfläche zum Schlittschuhlaufen.

Viele ältere Holperbürger erinnern sich noch gut daran, wie der Bach urplötzlich anschwoll, sobald das Stauwehr geöffnet wurde – und das Wasser in einem Schuss durch den Mühlengraben jagte, um das Mühlenrad in Bewegung zu setzen. Die Strömung konnte so stark werden, dass Kinder beim Spielen am Wasser aufpassen mussten, nicht mitgerissen zu werden.

Das Ende des Mühlengrabens können Sie heute noch ein paar Meter entfernt in der Wiese erkennen. Dort floss das Wasser der Klus wieder zurück in den Holper Bach.

In den 1950er Jahren wurde der Betrieb der Mühle dann eingestellt – und im Gebäude entstanden Wohnungen.

Einen Kilometer talabwärts liegt der kleine Weiler Ölmühle. Der Name verrät es schon: Auch dort gab es eine Mühle – betrieben vom Wasser des Holper Bachs – mit einem eigenen Mühlenteich, der ebenfalls Klus genannt wurde.

Doch im Unterschied zur Holper Mühle wurde dort kein Korn gemahlen. Stattdessen gewann man Öl aus Raps und Lein. Die Leinfasern wurden danach versponnen und zu robusten, angenehm tragbaren Textilien verarbeitet. Vielleicht hängt ja auch in Ihrem Kleiderschrank ein kühlendes Leinenhemd oder eine Leinenhose für die heißen Tage im Jahr.

Und falls Sie nach einer längeren Wanderung unterwegs sind: Hier am Holper Bach können Sie zumindest schon einmal Ihre Füße ins Wasser halten und sich ein wenig abkühlen, bevor Sie weiterziehen.

Wenn Sie nun weiter der Straße in Richtung Ortskern folgen, führt Sie unsere Tour wieder dorthin, wo auch unsere Übersichtstafel steht. Auf dem Dorfplatz direkt hinter dem Startpunkt der Tour wartet auf Sie Station 12: Fritz Wingen, ein Universalkünstler.

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